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Magdeburg typisiert mit 9200-Euro-Spende
Magdeburger Volksstimme, 18.05.2017


Von Arlette Krickau
9200 Euro stehen da auf dem Scheck, den Ronald Westphal, Andreas Humpe und Marcel Heim in den Händen halten. Wer könnte das Geburtstagskind dieses üppigen Geldgeschenks gewesen sein? Indirekt ist es Ronald Westphal, denn er ist Geschäftsführer des Landwirtschaftsbetriebes Bördegrün in Niederndodeleben, der jüngst sein 25-jähriges Bestehen beging. Und statt Blumen und Präsentkörbe, wünschte man sich zum Jubiläum Spenden für die Typisierung von Stammzellen. 9200 Euro kamen zusammen, die am Dienstag im Uniklinikum am Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie an den Institutsleiter Humpe und den ehemaligen Institutsleiter und Gründer der Stammzellendatei am Magdeburger Klinikum, Marcel Heim, übergeben wurden. Eine wichtige Spende, wie die beiden Ärzte sagen. Denn eine Typisierung koste 50 Euro, die von keiner Versicherung bezahlt werden, und man hätte mittlerweile mehr Bereitwillige als Geld zum Testen da ist. Jedes Jahr werden derzeit rund 2000 neue Stammzellspender in Magdeburg typisiert. Eine hohe Zahl beim ersten Hören, doch Humpe relativiert sie. „Genauso viele Spender fallen auch jedes Jahr aus der Datei heraus, da sie zu alt sind, versterben, krank werden.“

Durch große Institutionen privater Natur sei das Bewusstsein für Stammzellspenden gewachsen, trotzdem sei es aus wissenschaftlicher Sicht wichtig, kein Monopol für die Vermittlung von Stammzellspendern zu bekommen.

Alles begann übrigens 1994, mit der von Marcel Heim bisher weltweit größten Stamzelltypisierungsaktion an einem Tag. In sechs Städten standen Teams bereit, Spender zu suchen, Blutproben zu entnehmen und diese in Labore auf dem ganzen Kontinent zu schicken, für die Typisierung. Für 8000 Proben war Geld da. „Niemand hatte damit gerechnet, dass es am Ende 21000 werden“, erinnert sich Heim und lacht. Die Laborkosten von insgesamt 2,2 Millionen Euro stotterte der damalige Institutsleiter in zweieinhalb Jahren ab. „Ich dachte, bei so einer großen Aktion würden dann schon die Spenden kommen. So war es aber nicht.“ Sogar mit dem Leierkasten stand er damals in der Fußgängerzone. Trotzdem kamen nur schleppend Spenden. „Erst als ich bei José Carreras Spendensendung mehr als ein Jahr später auftrat und dort auch 250 000 Euro bekam, gab es wieder etwas Schwung“, erzählt er.

So baute Heim die erste Stammzellendatei in den neuen Bundesländern auf. Aber nicht nur die Stammzellentypisierung liegt dem Institut am Herzen, auch der Ruf der Blutspende soll verbessert werden. Denn in einer Großstadt wie Magdeburg müsste das Klinikum es schaffen, selbst alle benötigten Blutkonserven zu stellen. Dazu müssten nur vier bis fünf Prozent der Magdeburger etwa zweimal im Jahr im Uni-Klinikum Blut spenden gehen, doch von dieser Zahl sei man weit entfernt. Gerade mal 1,5 Prozent der Magdeburger spenden Blut, der Rest der benötigten Blutkonserven müsse eingekauft werden. „Dabei ist es genauso wichtig wie Stammzellen, denn ohne Blutkonserven könnte eine Stammzellspende nie vorgenommen werden.“
Agro Bördegrün feiert 25. Firmenjubiläum
Pressemitteilung der Gemeinde Hohe Börde, 02.05.2017


„Das ist der Moment, auf den ich 25 Jahre gewartet habe. Ich freue mich mit Ihnen das Firmenjubiläum der Agro Bördegrün feiern zu können.“ Mit diesem Satz begann der Geschäftsführer Ronald Westphal seine Festansprache. Über 2000 Gäste feierten und übergaben Glückwünsche. Unter ihnen der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt Reiner Haseloff. Er schätzt die Landwirtschaft.
„Der ländliche Raum wird nur dann weiterhin funktionieren, wenn Menschen mit ihren Firmen Wurzeln schlagen können und nicht zur internationalen Konkurrenz wechseln müssen.“ Mit seiner Frau probierte er den Holunderwein aus der Hohen Börde. „Der Wein schmeckt wunderbar fruchtig.“ Gabriele Haseloff ergänzt: „Er schmeckt lieblich und nicht zu süß.“

Das Kerngeschäft der Agro Bördegrün war und ist die Landwirtschaft und die Produktion der landwirtschaftlichen Güter. Sähen, Pflegen, Ernten - auch für andere landwirtschaftliche Betriebe zählt unter anderem zu den Aufgaben der Firma. Die öffentliche Betriebskantine liefert zudem Essen an Kindergärten und Schulen. Auch eine Tankstelle ist entstanden. „Dort gibt es Futtermittel für Tiere, dass zu 90% von Bördegrün selbst erzeugt wurde,“ sagt Stephan Randel, Leiter Pflanzbau und Technik. Er fügt hinzu: „Wir haben 65 Mitarbeiter, darunter 13 Lehrlinge.“ Nach 25 Jahren zieht der Geschäftsführer eine Bilanz: „Mich macht es Stolz, was wir alles erreicht haben. Das gelingt nur mit sehr guten Mitarbeitern und Partnern.“

Für die Gemeinde Hohe Börde bedeutet Bördegrün vor allem, dass Arbeitsplätze entstanden sind. „Bördegrün ist ein Bespiel für landwirtschaftlichen Fortschritt. Die Landwirtschaft ist angewiesen auf den Grund und Boden. Der Zuspruch der Pächter zum Betrieb ist beispielgebend für die gute Arbeit, “ sagt Bürgermeisterin Steffi Trittel. Auch der Präsident des Landesbauernverbands Sachsen-Anhalt, Olaf Feuerborn findet passende Worte: „Bördegrün zeigt, dass man mit modernster Technik in verschiedenen Bereichen zum Erfolg kommt.“


Spendenbüchse wird geleert
Magdeburger Volksstimme, 27.06.2016


Von Detlef Eicke
Niederndodelebener Handballbenefizturnier: Erlös geht an AWO-Kitas

Die AWO-Kindertagesstätten in Niederndodeleben sind Begünstigte vom Erlös des Benefizhandballturniers, das am 4. Mai im Bördehof stattgefunden hat. Neben allem sportlichen Ehrgeiz spielte der karitative Gedanke am jenem Tag die Hauptrolle. Alle Beteiligten ließen die Spendenbüchse tüchtig klappern - mit einem Ergebnis, das sich sehen lassen kann. Beinahe 2000 Euro kamen im Turnierverlauf zusammen. Rechtzeitig zum Kindertag überbrachten Vertreter der beteiligten sechs Firmen knapp 1000 Euro, mit denen die Kindereinrichtungen im Ort gefördert werden.
"Wir leben im und mit dem Dorf. So soll der Erlös auch hier seine Verwendung finden", machte Ronald Westphal, Geschäftsführer eines in Niederndodeleben ansässigen Unternehmens und Ideengeber für das Turnier, deutlich. Die AWO-Einrichtungen können nun ihre geplanten Projekte - Erweiterung des Spielplatzes und Umgestaltung eines Gruppenraumes - in Angriff nehmen.
Spendenbüchse klappert beim Handball
Magdeburger Volksstimme, 06.05.2016


Von Constanze Arendt-Nowak
Mehrere Unternehmen tragen Benefiz-Gedanken seit einigen Jahren

Der gute Zweck stand am Abend vor Christi Himmelfahrt in der Niederndodelebener Wartberghalle im Mittelpunkt der Gedanken. Mehrere Unternehmen aus der Region hatten sich bereits zum siebenten Mal hier zusammengefunden, um sich in einem Turnier packende Handballspiele zu liefern und nebenbei noch tüchtig mit der Spendenbüchse zu klappern.
Verkehrsminister Thomas Webel, der bei der Turniereröffnung anwesend war, lobte die Absicht, "für Menschen, die Hilfe brauchen, Geld bereitzustellen", und dankte dem Initiator Ronald Westphal, Geschäftsführer eines in Niederndodeleben ansässigen landwirtschaftlichen Unternehmens, für die Idee. Nachdem die sechs Mannschaften in fairen Spielen den Sieger ermittelt hatten, wurden 1177,73 Euro ausgezählt. Das Geld soll den Kindereinrichtungen im Umfeld der beteiligten Firmen zugute kommen und in Spielgerät investiert werden.
Nachwuchs ist Chefsache
Bauernzeitung, 43. Woche 2015
Bauernverband und Agro Bördegrün warben auf Bildungsmesse KickStart in Magdeburg für Ausbildung in landwirtschaftlichen Berufen.

Am 9. und 10. Oktober veranstalteten das Projektteam "Chefsache Fachkräftesicherung", Agro Bördegrün Niederndodeleben und der Bauernverband einen Informationsstand auf der Bildungsmesse KickStart in Magdeburg zur Werbung für die landwirtschaftlichen Ausbildungsberufe. Das Interesse der etwa 8000 Besucher, überwiegend aus dem nördlichen Sachsen-Anhalt, an den Informationen zur Berufsausbildung und Hochschulbildung im Agrarbereich war groß.

Zusammen mit Radiomoderator Maik "Scholle" Scholkowsky präsentierte das Projektteam gemeinsam mit Landwitschaftsstudenten im Rahmen des Bühnenprogramms die neuentstandenen Ausbildungsfilme, die Online-Stellenbörse www.grüne-berufe.de und neue Werbematerialien.
Mit Ihrer Motivation zur Ausbildung in der Landwirtschaft und Ihren Karriereperspektiven warben sie bei den jungen Messebesuchern für den Agrarbereich. Neben allgemeinen Aussagen zur Lehrzeit und Hinweisen zu Orientierungspraktika konnten rund 60 konkrete Stellenangebote für das kommende Ausbildungsjahr präsentiert werden.

Das Projekt "Chefsache Fachkräftesicherung", getragen vom Bauernverband Wittenberg, dem Bauernverband Sachsen-Anhalt und der Hochschule Anhalt, wird vom Land und dem Operationellen Programm des Europäischen Sozialfonds gefördert.
Torejagd mit dem Handball bringt am Ende ein volles Spendenglas
Volksstimme / Wolmirstedter Kurier, 13.05.2015


Nicht nur der Spaß am Spielen, sondern vor allem der gute Zweck stand im Mittelpunkt, als sich am Abend vor dem Himmelfahrtstag begeisterte Freizeithandballer von vier Unternehmen aus der Region in der Niederndodeleber Wartberghalle trafen. Verstärkt wurde das Teilnehmerfeld durch zwei Mannschaten der Niederndodeleber Handballerinnen.

Das Benefiz-Turnier erlebte damit bereits seine sechste Aufage - und das mit Erfolg. Am Ende war das Spendenglas mit etwa 1000 Euro gefüllt, weitere Spenden zum Aufstocken sind noch angekündigt. Das Geld soll, wie Cheforganisator Ronald Westphal vom Unternehmen Agro Bördegrün sagte, der Förderschule für Körperbehinderte im Fermersleber Weg in Magdeburg zur Verfügung gestellt werden.

Für den Gastgeber selbst war der Turniererfolg mit dem sechsten Platz eher mäßig, den Sieg konnte das Team von Schubert Motors feiern. Als bester Torwart wurde der Niederndodeleber Siegbert Tietz geehrt.
Geschenke sorgen für Kulleraugen
Magdeburger Volksstimme, 03.12.2014


Von Katrin Wurm
Gerade in der Vorweihnachtszeit ist die Spendenbereitschaft der Deutschen groß. Auch in Zerbst werden soziale Projekte unterstützt. SCM-Handball-Star Andreas Rojewski und zahlreiche SCM-Sponsoren unterstützen schon seit einigen Jahren die Zerbster Kindertafel.

Zerbst | Weihnachten liegt in der Luft. Auch bei der Zerbster Kindertafel wird sich schon auf das bevorstehende Fest vorbereitet. Aus dem Speiseraum sind aufgeregte Kinderstimmen zu hören. Die Mädchen und Jungen singen "Schneeflöckchen, Weißröckchen" - doch das nicht ohne Grund. Es hat sich hoher Besuch aus Magdeburg angekündigt. SCM-Handball-Star Andreas Rojewski und die SCM-Sponsoren Frank Toepel (Toepel Bauunternehmung), Torsten Schubert, (Schubert-Motors), Ronald Westphal (Agro Bördegrün), sowie Simone und Chris Döhring (Getec-Vorstand) schauen seit nunmehr vier Jahren bei der Zerbster Kindertafel vorbei, um Geschenke zu überbringen und sich nach den aktuellen Umständen zu erkundigen.

Solch ein Besuch sorgt in der Kindertafel immer für Aufregung. Im Vorfeld wurde Kuchen gebacken, die lange Tafel festlich geschmückt und eine Sitzordnung festgelegt. "Für uns ist das immer etwas ganz Besonderes", sagt Birgit Brandtscheit, Leiterin der Kindertafel. Dieses Mal hat die Magdeburger Riege auch wieder tolle Geschenke dabei. Die Kinder dürfen sich über einen neuen Kicker-Tisch freuen. Außerdem wurden alle für das SCM-Spiel am Sonnabend gegen Balingen-Weilstetten eingeladen, zuvor gibt es für die Zerbster Kinder noch einen XXL-Burger im Bralo-Steakhouse am Dom.

Auch die 17-jährige Justine Skonetzki aus Zerbst fährt mit nach Magdeburg. Sie ist Mutter des sechsmonatigen Fynn Luka und kommt jeden Freitag zur Tafel: "Für uns ist die Tafel sehr wichtig. Nicht nur, dass es hier Essen gibt. Man kommt auch mal unter Leute und bekommt Hilfe", sagt sie. Ihr kleiner Sohn Fynn Luka betrachtet mit großen Kulleraugen den Magdeburger Besuch. "Ein goldiger Wonneproppen", sagt Bauunternehmer Frank Toepel aus Magdeburg und lässt es sich nicht nehmen, den kleinen Mann einmal im Arm zu halten. "Ich bin ja auch schon Opa", lacht er. Auch Fynn Luka grinst zufrieden über beide Ohren.

Chris Döhring, Vorstandsmitglied bei Getec - ein Energiedienstleister aus Magdeburg - ist ebenfalls nicht zum ersten Mal bei der Kindertafel. "Gerade in der Vorweihnachtszeit wird einem bewusst, wie viele Sorgen und Leid vor der eigenen Haustür existieren. Die Kinder sind dankbar für Kleinigkeiten. Ich bin froh, einen Beitrag dazu leisten zu können", sagt der Geschäftsmann. "Eine kleine Kinderhand ist so schnell zu füllen", schließt er lächelnd an. Er sitzt der kleinen Leonie Sophie gegenüber. Das blonde Mädchen wird im März zwei Jahre alt. Sie und ihr Bruder Jeremy Joel (sechs Monate) kommen mit Mama und Oma regelmäßig zur Tafel. "Ohne Tafel würde es für uns ganz schwer sein", sagt die Mama.

Birgit Brandtscheit gibt den Gästen während des Kaffeetrinkens noch einen Überblick zur Situation der Tafel: "Es wird immer voller. Deswegen haben wir beschlossen, dass wir die große Gruppe in der Kindertafel trennen und zwei kleinere Gruppen daraus machen. Die großen Kinder, so ab zehn oder elf Jahren, kommen dann ab Donnerstag."

Für Handballer Andreas Rojewski ist der Besuch der Kindertafel eine Herzenssache. "Nachdem ich vor vier Jahren zum ersten Mal hier war und sah, wie aufopfernd Frau Brandtscheit arbeitet und wie dankbar die Kinder sind, ist mir das Projekt sehr ans Herz gewachsen. Die Sponsoren und ich haben die Möglichkeit zu helfen. Ich hoffe, dass auch andere ihre Möglichkeiten wahrnehmen und helfen", sagt er.
Ein Kicker und Handball-Karten für die Kinder der Zerbster Tafel
Magdeburger Volksstimme, 02.12.2014
Von Katrin Wurm
Gestern stand in der Kindertafel Zerbst hoher Besuch an.
Bereits zum vierten Mai hatten sich der SCM-Handball-Star Andreas Roiewski und die SCM-Sponsoren Frank Toepel, Torsten Schubert, Ronald Westphal sowie Simone und Chris Döhring angekündigt. Die Riege aus Magdeburg und Umgebung unterstützt schon seit einigen Jahren die Kindertafel Zerbst. Auch dieses Mal hatten sie tolle Geschenke im Gepäck. Für glänzende Kinderaugen sorgten ein nagelneuer Fußball-Kickertisch und 30 Freikarten für das SCM-Spiel am 6. Dezember gegen Balingen-Weilstetten. Zuvor sind die Kinder zum Burgeressen in Magdeburg eingeladen.
Handball Benefizspiel
20.05.2014
Am 28.05.2014 um 18:00 Uhr findet erneut das Handball Benefizspiel in der Wartberghalle in Niederndodeleben statt.
Der Eintritt ist natürlich frei und für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt.

Freuen Sie sich auf viel Spaß für jung und alt.
Wir für Magdeburg - Bioraffinerie
04.04.2014
Unter der Dachmarke "WIR für Magdeburg" engagieren sich 17 Partnerunternehmen der Region für den SC Magdeburg, mit dessen Logo auf der Trikotbrust der Verein in dieser Saison aufläuft.
Mit dabei ist u.a. nicht nur die Agro Bördegrün sondern auch die Bioraffinerie.

Klicken sie auf das nachfolgende Video um unseren Trailer für die Dachmarke "WIR für Magdeburg" anzusehen.
Mehr Akzeptanz durch mehr Transparenz
Magdeburger Volksstimme, 21.02.2014


Von Constanze Arendt-Nowak
Viele Probleme kamen beim Verbandstag der Bauern aus der Börde auf den Tisch. Die Landwirtschaft ist eine Schlüsselbranche des 21. Jahrhunderts, sprach der Präsident des Deutschen Bauernverbandes an.

Niederndodeleben | Der Bauernverband Börde hat seit seinem Verbandstag, der am Mittwoch in Niederndodeleben stattfand, nicht nur einen neuen Vorsitzenden, sondern auch einen Ehrenvorsitzenden. In Anerkennung seiner Leistungen, die er in den vergangenen 24 Jahren im Sinne eines ganzen Berufsstandes erbracht hat, wurde der bisherige Vorsitzende Hans-Joachim Kraus zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Als Vorsitzender verschiedener Bauernverbände - erst des Kreises Wolmirstedt, dann des Ohrekreises und zuletzt seit 2006 der Börde - hat der 64-Jährige auf Kreis-, Landes- und Bundesebene intensiv die Interessen der Bauern vertreten. Als Geschäftsführer der Heide-Agrar-GmbH in Colbitz kannte er viele Probleme aus dem eigenen Berufsalltag.

Kurz bevor er aus dem Amt schied, hatte Kraus noch die Ehre, neben weiteren Ehrengästen den Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, zu begrüßen. "Es ist mein fünfter Besuch in Sachsen-Anhalt und immer kann ich etwas Neues dazulernen", sagte Rukwied schmunzelnd. Nachdem er letztes Mal während des Hochwassers in Sachsen-Anhalt war, habe er diesmal unter anderem erfahren, dass es nicht nur Böden mit sehr hohen Bodenpunkten in der Börde gibt.

Aber sowohl auf diesen als auch auf schwächeren Böden habe die Landwirtschaft in seinen Augen eine Zukunft. "Sie ist eine Schlüsselbranche des 21. Jahrhunderts", unterstrich er. Argumente dafür seien für ihn die zukünftig steigende Änderung der Ernährungsgewohnheiten und auch die steigende Nachfrage nach Energie aus nachwachsenden Rohstoffen. In Deutschland mache allerdings eine besonders kritische Bewertung durch die Bevölkerung den Landwirten das Leben schwer. Nicht selten spiele diese kritische Bewertung auch bei der Gesetzgebung eine wichtige Rolle. Um dem entgegenzuwirken, wollen beispielsweise auch die Bördebauern mehr Öffentlichkeitsarbeit durch Tage des offenen Hofes betreiben.

Als weitere Probleme, mit denen sich die Bauern auseinander setzen müssen, nannte Rukwied die Prämienkürzungen, die Flächenverluste oder die Düngeverordnung. "Da geht es um die Existenz der Bauernfamilie", sagte er. Er sprach von 4,5 Millionen Menschen, die in Deutschland im Agrar- und Ernährungssektor beschäftigt sind.

Für die Bauern in der Börde war nach Aussage von Hans-Joachim Kraus das vergangene Jahr aber nicht nur politisch, sondern auch witterungsbedingt ein schwieriges Jahr. Am prägendsten war für einige wohl das Juni-Hochwasser, was bei den betroffenen Landwirten in der Verbandsregion einen Schaden von etwa 2,4Millionen Euro anrichtete und teilweise existenzbedrohend war. Soforthilfen der Schorlemer-Stiftung des DBV und die Hilfsbereitschaft von Berufskollegen waren in den schwierigen Zeiten eine große Stütze. "Wir erwarten von der Gesellschaft ein generelles Umdenken für den vorbeugenden Hochwasserschutz", so Kraus, der sich einen runden Tisch zum Thema vorstellen kann.

Ob Getreide- oder Obst- und Gemüsebauern, Zuckerrübenanbauer oder Maisanbauer - alle hatten 2013 mit den Wetterkapriolen, die entweder das Wachstum oder die Ernte beeinflussten, zu kämpfen. Bei manchen Früchten mussten zudem Preisverluste einkalkuliert werden. Ebenso mussten die Betriebe mit Schweinen, Rindern und Geflügel mit gestiegenen Futterpreisen und fallendem Absatz rechnen. Die Schafhalter kämpfen nach wie vor um bessere agrarpolitische Rahmenbedingungen.

Für die Neuwahl des Vorstandes des Bauernverbandes Börde ließ Hans-Joachim Kraus anderen den Vortritt und kandidierte nicht noch einmal. 16 Kandidaten bekundeten ihr Interesse, künftig im Vorstand mitzuarbeiten. Letztlich entschied die Stimmenmehrheit, denn für den Vorstand waren nur 14 Mitglieder vorgesehen. Diese wählten aus ihren Reihen Urban Jülich aus Hadmersleben zum Vorsitzenden. Stellvertreter sind Joachim Klette (Alikendorf), Thomas Seeger (Rottmersleben) und Ronald Westphal (Niederndodeleben). Der fünfköpfigen Revisionskommission - sechs Mitglieder kandidierten - steht Brunhilde Jakobi aus Dreileben vor.
SCM: Ein Handballverein mit Herz
07.12.2013
Eine große Nikolaus Überraschung bekamen die Kinder der Zerbster Kindertafel. Die Sponsoren und Spieler schenkten mit Süßigkeiten gefüllte Nikolausstiefel und ein ganz besonderes Highlight.

Klicken sie auf das nachfolgende Video um den Beitrag "SCM: Ein Handballverein mit Herz" anzusehen.

Quelle: Eulenspiegel Multimedia Magdeburg

Agro Bördegrün bei Terra Xpress
04.11.2013
Das Team der ZDF-Sendung Terra Xpress hat uns bei der diesjährigen Rübenernte einen Besuch abgestattet. Das Resultat können Sie im nachfolgenden Video sehen.

Klicken sie auf das nachfolgende Video um "Terra Xpress" vom 03.11.2013 anzusehen.

Quelle: ZDF

Wir für Magdeburg
25.09.2013
Der SC Magdeburg startet mit dem neuen Dachmarkenkonzept "WIR für Magdeburg" auf der Trikotbrust in die neue Saison. Unter der Dachmarke, die mit einem eigenen Logo auftreten wird, engagieren sich 17 Partnerunternehmen der Region.
Mit dabei sind auch wir von der Bördegrün.

Klicken sie auf das nachfolgende Video um unseren Trailer für die Dachmarke "WIR für Magdeburg" anzusehen.
SCM-Sponsoren helfen Zerbster Kindertafel
Zerbster Volksstimme, 06.09.2013
Von Thomas Drechsel
Die Zerbster Kindertafel bekam gestern eine Spende über 3500 Euro überreicht. Die Chefetage der Hauptsponsoren des Handball-Bundesligisten SC Magdeburg reiste persönlich an, und Andreas Rojewski kam stellvertretend für die Mannschaft.

Zerbst | "Da bleibt mir die Luft weg!" Birgit Brandtscheit ist selten so gerührt wie gestern. 3500 Euro in einem Schwung - "Damit kommen wir weit ins nächste Jahr!", drückt die Leiterin von Zerbster Tafel und Kindertafel besonders Chris Döhring gleich mehrfach.

Döhring ist Geschäftsführer des SCM-Sponsors Getec green energy, die aktuell auf dem Flugplatz eine Biogasanlage errichtet, und hatte die Aufmerksamkeit der Hauptsponsoren des Handball-Bundesligisten SC Magdeburg auf die Zerbster Kindertafel gelenkt. "Seit fünf Jahren treffen sich die Club-Sponsoren und die Mannschaft zu einem Benefiz-Spiel. Die Erlöse daraus gehen stets an soziale Zwecke", erläutert Ronald Westphal. Der Geschäftsführer der Agro Bördegrün GmbH Co.KG war wie die anderen Hauptsponsoren sehr erstaunt, als die Sprache auf "Kindertafeln" kam. "Wir hatten erst überlegt, Flutopfern zu helfen. Doch da ist die Hilfe zwischenzeitlich angelaufen. Also hieß es: Was mit Kindern! Dass es neben den Tafeln nun sogar bereits Kindertafeln gibt, war uns völlig neu."

Es sei "bedrückend, dass in einem Land wie Deutschland Tafeln zum Alltag gehören. Dass die Not speziell unter Kindern genauso grassiert, ist uns bislang nie so deutlich geworden. So waren wir einerseits von dem Gedanken angetan, etwas Gutes für Kinder zu tun und zugleich entsetzt, dass es solche Einrichtungen offenbar geben muss", meint Michael Paul, Geschäftsführer der Wallintin Maler- und Trockenbau GmbH. Dem pflichtete Torsten Schubert, Geschäftsführer der Schubert Motors GmbH, rundum bei. "Schade, dass es Derartiges offenbar geben muss, weil die Gesellschaft die Not nicht bewältigen kann. Ich bin zugleich auch froh, dass die Spende ein wenig dazu beiträgt, dass aus unseren Kindern etwas werden kann."

Annerose Steffen, die für die Toepel Bauunternehmung GmbH nach Zerbst gekommen war, zeigte sich erschüttert über die von Birgit Brandtscheit geschilderten Alltagszustände in manchen Familien. "Darunter leiden gerade die Kinder und können sich nicht entwickeln. Das darf nicht sein."

SCM-Spieler Andreas Rojewski war ebenfalls beeindruckt von den Schilderungen, aber auch dem Leistungsangebot der Kindertafel. Die Mannschaft habe in die Spielerkasse gegriffen und die Spende der Sponsoren aufgestockt. Und natürlich würde man die Tafelkinder mit ihren Eltern gern einmal zu einem Heimspiel in die Bördelandhalle einladen, sicherte er auf spontane Nachfrage gern zu.

Dietrich Landmann, der Leiter des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Zerbst und zugleich Träger der Tafel, war beeindruckt. "Zum einen die Summe an sich. Das ist unglaublich. Damit können viele Wünsche der Tafelkinder in Erfüllung gehen und damit kann auch der alltägliche Bedarf lange Zeit stabilisiert werden. Zugleich bin ich doppelt froh, denn die persönliche Präsenz der Firmen hier in Zerbst ehrt uns ungemein. Man spürt, dass das von Herzen kommt."

Auch Bürgermeister Andreas Dittmann freute sich für die Zerbster Einrichtung und betonte, dass trotz vereinzelt beschriebener "Mitnahme-Mentalität" eine derartige Summe an die Kindertafel geht.

Management und Spieler des SCM hatten die Zerbster Kindertafel bereits am Nikolaustag 2012 mit Spenden überrascht. Und während des Rundgangs durch die Einrichtung wurde nachgefragt, was denn sonst so konkret benötigt werde. Birgit Brandtscheit zählte auf: Knetmasse statt Plüschtiere beispielsweise, denn "damit kann man kreativ werden. Oder Malhefte, aber nicht zuviele von gleicher Art. Und Buntstifte, die auf Ton schreiben, wenn wir basteln. Ach, es sind tausend kleine Sachen, die der Arbeit mit den Kindern gut tun würden." Wie nebenbei kam die Sprache auf die uralte Tiefkühltruhe, die im Keller der Tafel brummt. "Den Stromfresser haben wir nur in Betrieb, wenn viel zwischenzulagern ist." Was die Blicke der Chefs bedeuten, bleibt abzuwarten.
Der Bauernhof, der keiner ist
Frankfurter Allgemeine, 08.08.2013


Von Henrike Roßbach
4300 Hektar, fünf Mähdrescher, mehr als 12 Millionen Euro Umsatz: Agro Bördegrün steht für eine Landwirtschaft, die Kritiker Agrarindustrie nennen. Die Firma selbst sieht sich aber als Familienbetrieb.

NIEDERNDODELEBEN, 5. August. Alles hier ist groß. Die Felder, die Hallen, die Landmaschinen. Und der Chef. Ronald Westphal misst 2,05 Meter. Ein gewaltiger Mann mit festem Händedruck, wachen blauen Augen und einem schreiend grünen „Bördegrün“-Polohemd. Corporate Identity in Niederndodeleben, wo selbst die Kitas „Schrotewichtel“ und „Börderübchen“ heißen. Ohne Agro-Bördegrün wäre das spektakulärste an dem 4200-Einwohner-Dorf in Sachsen-Anhalt wohl der zungenbrecherische Name. So aber ist es der gigantische Agrarbetrieb. Knapp 4300 Hektar, etwa 70 Mitarbeiter, Kantine, gewaltiger Maschinenpark, Millionen- Umsatz: Wer bei Landwirtschaft an die Hofhund-und-Kälbchen-Idyllle aus dem Wimmelbuch denkt, wird hier große Augen machen.

Wenn Westphal über die Landstraßen der Umgebung fährt, muss er suchen, bis er ein Stück Acker entdeckt, das jemand anderem gehört. Bördegrün ist überall. Fast 1600 Hektar Winterweizen, 700 Hektar Raps, 550 Hektar Mais, fast 500 Hektar Zuckerrüben. 740 Landbesitzer haben ihre Felder an den Platzhirschen verpachtet; auf einem Luftbild im Flur vor Westphals Büro sieht man, wie ihre handtuchschmalen Äcker ein Ganzes ergeben. Dass der Agrarbetrieb solche Dimensionen hat, liegt an seiner Geschichte. In der DDR war der Betrieb eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft. 1956 waren die LPG Pflanzenproduktion und die LPG Tierproduktion gegründet worden, Letztere überlebte das Ende des Sozialismus nicht. Für den Ackerbau aber sahen die Mitarbeiter Chancen. Die Region um Niederndodelben, die Magdeburger Börde, ist seit Jahrhunderten landwirtschaftlich geprägt. Die schweren, fruchtbaren Böden sind so etwas wie der Porsche unter den Ackerkrumen.

„Wir dachten uns damals, wenn dieser Betrieb es nicht schafft, dann schafft es keiner“, sagt Westphal. Er sitzt in seinem Büro, vor ihm das Smartphone, hinter ihm die Gründungsurkunden an der Wand. 1992 wurde Agro Bördegrün zu dem, was es heute ist: eine GmbH & Co KG, als Rechtsnachfolgerin der LPG. Westphal gehörte in den Wendejahren zu dem guten Dutzend Mitarbeitern, die sich trauten: Sie wurden Gesellschafter des neuen Unternehmens. Nie hätte der Agraringenieur gedacht, dass er mal LPG-Leiter werden würde. Dann aber kam 1989. Von der Vollversammlung wurde er an die Spitze des Betriebs gewählt. Pachtverträge mussten aufgesetzt, die Landeigentümer ausfindig gemacht und die Entsorgung von Asbest, Tankstelle und Gülle geregelt werden. Von den 340 Mitarbeitern musste viele gehen.Wer keine 20 000 Mark einbringen und Gesellschafter werden wollte, bekam eine Abfindung – je nach Hektar Landbesitz, Alter und Betriebszugehörigkeit. Insgesamt mussten die neuen Besitzer 9,2 Millionen Mark aufbringen; finanzieren konnten sie das über mehrere Jahre aus den Ernteerträgen. „Wir hätten nicht einfach zur Bank gehen können“, sagt Westphal. „Wir waren ein Niemand.“ Fünf Jahre lang zahlten sie die Abfindungen, zehn Jahre lang die Entsorgung der Altlasten. Hinzu kamen die Investitionen. In eine Getreidetrocknung und Saatgutaufbereitung etwa. In den Maschinenpark, die 500-Kilowatt-Photovoltaikanlage, die Gebäude, Werkstätten und Lager.

Heute erwirtschaftet Bördegrün 12,7 Millionen Euro Umsatz im Jahr. Das Getreide verkaufen sie bis nach Rotterdam und Italien,Westphal weiß genau, zu welchen Preisen gerade in Chicago und Paris gehandelt wird. Verkauft werden zwei Drittel der Ernte, lange bevor auch nur ein Weizenkorn vom Feld geholt wurde. Mal fährt der Betrieb mit einem Termingeschäft gut, mal wäre mehr zu holen gewesen, wenn man gewartet hätte. „Man muss die Gier, auf den einen, den astronomischen Preis zu warten, im Griff haben“, sagt Westphal. Dieses Jahr erwartet er eine durchschnittliche Ernte; acht Tonnen Ertrag je Hektar. Elfeinhalb Tonnen gab es auch schon mal. Neben dem Ackerbau betreibt Bördegrün eine Tankstelle, transportiert für andere Landwirte 400000 Tonnen Zuckerrüben zur Fabrik und hat eine „kleine“ Mutterkuhhaltung mit 240 Tieren. Beteiligt ist die Firma zudem an einer Biogasanlage, die 3,2 Millionen Euro Umsatz im Jahr macht.

Regional, kleinbäuerlich, im Zweifel ökologisch: So erträumt sich der deutsche Verbraucher die Landwirtschaft. Zu teuer aber darf es auch nicht werden im Supermarkt, und die Agrarsubventionen der Europäischen Union halten viele ebenfalls für einen Anachronismus. Das alles aber geht in der Realität nicht zusammen. „Mein Leitbild ist nicht die industrielle Landwirtschaft, sondern der bäuerliche Familienbetrieb“, sagte Agrarministerin Ilse Aigner kürzlich in der Wochenzeitung „Die Zeit“. In Brüssel aber hat sie für vieles gestritten, was im Sinne der Großen war. Etwa dafür, dass die Direktzahlungen je Hektar nicht ab einer bestimmten Betriebsgröße gekappt werden.
Westphal findet das nur gerecht und lehnt schon die deutsche Regelung ab, dass die ersten Hektare höher dotiert sind als die folgenden. „Ein Hektar hat zehntausend Quadratmeter, egal ob es der erste oder der letzte ist“, sagt er. Und die Direktzahlungen aus Brüssel, die bei Bördegrün 10 Prozent des Ertrags ausmachen, seien lediglich eine Entschädigung für die höheren Auflagen, die Europas Bauern erfüllen müssten. „Von mir aus können die Subventionen alle weg. Aber dann müssen auch die Vorschriften weg.“

Auch das Reizwort industrielle Landwirtschaft kann Westphal nicht leiden. „Wir sind ein Familienbetrieb“, sagt er, die Gesellschafter seien alle aktive oder ehemalige Mitarbeiter. Mehr als der Vorwurf, der in diesem Begriff immer mitschwingt, bringt ihn aber das Streben nach einer grüneren Landwirtschaft auf die Palme. In der EU läuft das unter „Greening“: Geld bekommt nur, wer auch was für die Umwelt tut. Das größte Reizwort ist für Westphal in diesem Zusammenhang: Flächenstilllegung. Die Bauern, nicht die Städter ernährten die Weltbevölkerung, regt er sich auf, und weil die Weltbevölkerung wachse, müsse mehr, nicht weniger produziert werden. „Von BMW verlangt auch niemand, Autos aus Holz zu bauen, weil man das früher so gemacht hat.“ Wenn Westphal bei diesem Thema angekommen ist, redet er sich gerne mal in Rage. „Ich brauche mir von keinem Städter sagen zu lassen, wie ich Getreide anzubauen habe, ich brauche keinen aus der Stadt, der mir irgendwas erzählt.“ Er startet sein Auto. „Biolandwirtschaft“, brummt er vor sich hin, „wer Bio will, soll es auch bezahlen.“

Ein paar Kilometer weiter hält er an. Unter einem Baum machen seine Leute Mittagspause. Das Essen stammt aus der Bördegrün-Kantine, die nicht nur die Mitarbeiter bekocht, sondern auch Schulen beliefert. Die Männer steigen wieder in die beiden Mähdrescher, die auf dem Feld warten. Goldgelb leuchtet die Gerste unter dem Sommerhimmel. Perfekte Erntebedingungen. Tobias Miedlich sitzt im Führerhaus des Case 9230, eines nagelneuen 286 000 Euro teuren Mähdreschers. 570 PS, 12 000 Liter Korntank, „Axial-Flow“-Rotor, GPS und ein elektronisches „Auge“, das den Mähdrescher selbständig an der Schnittkante ausrichtet. Draußen wird geschnitten, gedroschen, gehäckselt und Korn in den Tank geschleudert. Drinnen ist es leise und klimatisiert und riecht nach Neuwagen. Zur Not seien sie schon mal bis zwei Uhr morgens auf dem Feld, sagt Miedlich, der bei Bördegrün als Lehrling angefangen hat. 30 Hektar schafft ein solcher Mähdrescher am Tag. Bördegrün hat fünf davon.

Draußen suchen zwei Störche zwischen den Stoppeln nach Mäusen. Westphal fährt zurück zur Zentrale, vorbei an Mais und Raps („Wenn die Schoten aufspringen und es weiß leuchtet, dann ist er reif“) und der Baustelle für die zweite Biogasanlage. „Da drüben“, sagt er und zeigt auf ein endloses, grünes Feld, in dem ein paar Flecken heller erscheinen als der Rest, „so sieht es aus, wenn die Rübe schläft. Wenn sie tagsüber welkt, weil der Boden an der Stelle sandig ist. Unser größter Zuckerrübenschlag. Eine Augenweide.“ Trotz Imagefilm, klingelndem Handy und internationalen Getreidebörsen. Am Ende begeistert auch Westphal sich am meisten für Scholle und Pflanze. „Wir haben 1990 unsere Chance genutzt“, sagt er. „Heute sind wir einer der hundert besten Agrarbetriebe in Deutschland. Das kriegt man nicht geschenkt. Wir sind nicht überall beliebt. Aber respektiert.“